Die ersten Stationen der Marke Por Larrañaga

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In diesem Haus mit der No.58 befand sich dererste Firmensitz der Marke Por Larrañaga.
Diesmal steht die überaus traditionsreiche und ehemals sehr bedeutende Marke Por Larrañaga im Mittelpunkt. Nach der Marke Cabañas ist die Por Larrañaga die zweitälteste Habanos-Marke überhaupt. Sie ist im Laufe der Zeit durch die Hände verschiedener Besitzer gegangen und hat auf ihrem Weg mehrere Male den Standort in Havanna gewechselt. Ihren Ursprung hat die Marke auf der Calle San Miguel 58, einer kleinen Straße, die wir aber schon einmal näher unter die Lupe genommen haben, da auf dieser Straße neben der Marke Por Larrañaga auch so bedeutende Marken wie Partagás und H. Upmann ihren Ursprung haben. Die Calle San Miguel ist eine kleine Straße in Havannas Stadtteil Centro Habana. Dieser Stadtteil, obwohl direkt neben der Altstadt gelegen, befindet sich abseits der üblichen Touristenwege.

PL San Miguel 58-1.jpg

Die Calle San Miguel

Die Calle San Miguel ist eine kleine Querstraße zum Paseo del Prado (heute Paseo de Martí), der ehemaligen Prachtstraße Havannas mit ihren berühmten Löwen, an deren einem Ende sich das Capitolio befindet, deren anderes Ende direkt zum Malecón führt. Das kleine Haus, das heute die Nummer 58 hat und zwischen der Calle Consulado und der Calle Industria gelegen ist, könnte tatsächlich das Originalgebäude Die ersten Stationen der Marke Por Larrañaga sein. Da die Nummerierung der Häuser in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten in Havanna gelegentlich verändert wurde, ist nicht immer eine genaue Lokalisierung des jeweiligen Gebäudes möglich. Einzig die Angabe, zwischen welchen zwei Querstraßen sich die alte Hausnummer befand, lässt sich anhand alter Stadtpläne rekonstruieren. Im Falle der No.58 stimmt jedoch die Hausnummer mit der Angabe der Seitenstraßen überein. Das Haus ist hellblau, eher unscheinbar, für kubanische Verhältnisse aber in noch recht gutem Zustand. Sicherlich wird es heute als Wohnhaus genutzt.

1825 war der Spanier Ambrosio de Larrañaga in Havanna angekommen, registrieren ließ er die Marke unter dieser Adresse 1834. Was in den folgenden Jahren geschah, ist nicht überliefert. Die Spur der Marke findet sich erst wieder in den 1880er Jahren, als die Marke an die Firma Rivero, Martinez y Co. verkauft wurde. Antonio Rivero registrierte die Marke unter seinem Namen 1882, weshalb er oft als deren Gründer bezeichnet wird. Antonio Rivero machte aus der Marke etwas ganz besonderes und sorgte dafür, dass seine Zigarren berühmt und vor allem hoch geschätzt wurden.

Weltweit, nicht nur in Europa, sondern sogar in China, Japan und Indien, war die Marke bekannt. Rudyard Kipling, bekannt als Autor des berühmten „Dschungelbuch“, bedachte die Zigarren dieser Marke in einem seiner Werke sogar mit den Worten: „There´s peace in a Larrañaga.“ Kurz vor der Jahrhundertwende wurden die Räume in der Calle San Miguel dann wohl tatsächlich zu klein für die enormen Mengen an Zigarren, die während der Jahre verkauft wurden, weshalb die Fabrik auf die Calle Belascoain No.2b umzog.

Die Calle Belascoain heißt heute Calle Padre Varela, wobei man auch noch viele Straßenschilder mit dem alten Namen findet. Dieser Straßenname ist Kennern der Manufakturgeschichte nicht unbekannt, denn auf dieser Straße, die allerdings sehr lang ist, befindet sich heute die Romeo y Julieta-Manufaktur „Briones Montoto“.

Direkt neben der Manufaktur Por Larrañaga, deren Gebäude heute leider nicht mehr steht, zog nur wenige Jahre später, nämlich 1905, Don Pepin mit seiner Marke Romeo y Julieta in die Calle Belasoain No. 2a. Die ehemalige Fabrik des Don Pepin (siehe Foto) stand noch bis vor wenigen Monaten. Inzwischen ist jedoch das gesamte Gebäude abgerissen worden.


RJ Belas 2b außen von links.jpg

Die ehemalige Manufaktur „Romeo y Julieta“ des Don Pepin. Ähnlichmuss die Manufaktur Por Larrañaga auch ausgesehen haben, entstandsie doch etwa zur selben Zeit. Läuft man die Straße in dieser Richtunghinauf, kommt man nach wenigen Metern zum Malecon.

Einstmals war dieses Gebäude sehr prachtvoll. Schmiedeeiserne Balkons schmückten die gesamte Fassade und die Seiten auf zwei Etagen. Ähnlich wird sicher auch die Manufaktur Por Larrañaga ausgesehen haben. Leider existieren von ihr keine Fotos. Über 500 Arbeiter waren dort beschäftigt. In diesen Räumlichkeiten verblieb die Marke viele Jahrzehnte. An dieser Stelle widerstand sie auch den zahlreichen Übernahmeversuchen britischer und amerikanischer Unternehmen. Überliefert ist ein Foto von Antonio Rivero in seinem luxuriös ausgestatteten Büro, was einen Eindruck dafür vermittelt, wie bedeutend die Manufaktur und die Marke zu dieser Zeit waren. Auf der Calle Belascoain führte die Witwe Riveros, Antonia López, die Geschäfte weiter. Bis 1937 konnte die Unabhängigkeit erhalten bleiben. Erst dann wurde die Marke verkauft und der Standort gewechselt: die Zigarren fertigte man fortan in der Manufaktur auf der Avenida Carlos III. 225. Dieses Haus, das heute noch existiert, wird in der nächsten Folge vorgestellt.

Quelle

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