Vitola

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Aus Kontrapunkt des Tabaks und des Zuckers (1940) von Fernando Ortiz Fernández:

"Die Vitola der Cigarre ist ihre "Gestalt". Sie ist nicht nur, wie die Academia de la Lengua versichert, "das Mass, mit dem die Cigarren hinsichtlich der Größe voneinander unterschieden werden". Vitola bedeutet nicht so sehr die Größe wie vielmehr Form. Ursprünglich bezeichnete dieses Wort, das wie viele andere des amerikanischen Spanisch aus der Seefahrerspraches stammt, die Schablone, mit der in den Schiffsarsenalen die Holzverbindungen auf den einzelnen Teilen vorgezeichnet wurden. Es war auch die Schablone, mit der die Kugeln in den Geschützfabriken kalibriert wurden; vor allem gehört die Vitola zur Cigarre.

Sie ist Form, Gestalt und Aufriß; dennoch ist sie mehr als nur eine geometrische Festlegung. Die Vitola schließt auch eine soziale Haltung ein. Sie bezeichnet die der Cigarre. Aber wenn der Raucher sie für sich auswählt, sucht er in ihr eine Spur seines Wesens. Als Form der Zigarre ist die Vitola gleichzeitig auch ihr "Modell", und sie wird zu der Person, die sie als eine Geste oder eine Gebärde seiner eigenen Persönlichkeit genießt. Die Cigarre hat immer etwas Darstellendes. Die Vitola ist eine Kalibrierungschablone, doch beim Raucher übernimmt sie auch die Rolle bejahender Selbstdarstellung.

Die Vitola der Cigarre, ihre Fasson, ist ein deutliche akzentuierter Teil des Modells, das der Raucher von sich selbst hat, seiner Vitola. Es ist ein Ausdruck, der im übertragenden Sinne von einer metrischen Vorlage zu einer Bezeichnung wurde, die sich auf den Menschen bezieht. Vitola wird als Synonyom für das Äußere, das Ausehen, die Erscheinung einer Person gebraucht. Die Zigarre wie auch der Mensch haben ihre jeweilige Vitola, und die eine Vitola sucht ihre Entsprechung in der anderen: "Sag mir welche Vitola du rauchst, und ich sage dir , wer du bist."

Die Vitola der Havanna-Cigarre die Winston Churchill als alter Kenner von Havannas demonstrativ rauchte, hat ein imperiales Äußeres. Wie die Cigarre immer eine Vitola braucht, die ihr Äußeres ist, gibt sie selbst noch dem ärmsten Raucher immer eine großtuerisch auf Äußeres gerichtete Haltung. Und welche Mannigfaltigkeit!

In der Sammlung von modellierten hölzernen Vitolas einer Firma aus Havanna gibt es 996 unterschiedliche Cigarrenfassons. Welche Aufgabe für einen Psychologen, wollte er sie alle in menschliche Charakterzüge übertragen!"

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Bildquelle: 5THAVENUE Products Trading GmbH

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