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Version vom 29. Juni 2007, 17:50 Uhr
Werden Zigarren nicht innert kurzer Zeit (je nach klimatischen Bedingungen max. einige Tage) nach dem Kauf geraucht, werden sie in einen Humidor gelagert.
Im neuesten Tip of the Week widmet sich Cigar Aficionado Online einem Evergreen: Wie werden trockene Zigarren behandelt?
Geduld sei entscheidend, schreibt die Redaktion. Zu schnell zu viel Feuchtigkeit könne das Deckblatt beschädigen. Cigar Aficiondo Online schlägt folgendes Vorgehen vor: Die trocken Zigarren seien am Anfang der Wiederbelebungsphase im Humidor möglichst weit weg von den Befeuchtungselementen zu platzieren. Bei kleinen Humidoren sollten die Zigarren für die ersten Tage in eine Plastiktüte gesteckt werden. Nachher, während der nächsten Wochen oder gar Monaten, sollten die Zigarren den Befeuchtungselemente schrittweise angenähert werden. Dies schütze die Deckblätter vor Beschädigungen und verhelfe den Zigarren - eventuell - wieder zu ansprechenden Rauchbedingungen. Aber: Wenn eine Zigarre zu trocken sei, könne der ursprüngliche Geschmack nicht wieder hergestellt werden. Geduld hin oder her.
Eine andere Methode steht in den FAQ von ClubMacanudo:
"Sind Zigarren ausgetrocknet, ist es nicht einfach sie wieder genießbar zu machen. Prinzipiell ist es jedoch möglich die entwichene Feuchtigkeit wieder zuzuführen. Man legt die Kiste mit den ausgetrockneten Zigarren zusammen mit einem feuchten Schwamm in einen Plastikbeutel. Schließen Sie den Beutel so, dass fast kaum noch Luftaustausch stattfindet. Dann legen Sie das ganze etwa 1 - 2 Tage in den Kühlschrank. Nach ein Paar tagen sollten Sie den Beutel aus dem Kühlschrank wieder herausnehmen und ihn ca. 1 Woche in einem 20 °C warmem Zimmer aufbewahren - bzw. die Zigarren in einen Humidor mit etwas erhöhter Luftfeuchtigkeit 85% legen. Grundsätzlich muss man die Feuchtigkeit genauso langsam wieder hinzuführen wie sie entwichen ist. Eine wiederbefeuchtete Zigarre wird jedoch nie wieder das Bouquet und Aroma erreichen, dass eine frische korrekt gelagerte Zigarre hat."
Wer z.B. nach "restoring cigars" sucht, findet im Netz unzählige weitere Vorgehensweisen. Neptun Cigars zum Beispiel führt 6 verschiedene Methoden auf. Am besten aber, man kommt erst gar nicht in diese Situation. Mich erstaunt gelegentlich, wie freimütig und grosszügig in Zigarren investiert, beim Humidorkauf aber Rappenspalterei praktiziert wird.
Ja, antwortet Cigar Aficionado Online im aktuellen Tip of the Week auf die entsprechende Frage.
Frei übersetzt: Alle zwei oder drei Monate sollten die Zigarren - selbst in den besten Humidoren - umplatziert werden. Dies, weil die einzelnen Humidor-Bereiche nicht gleiche Feuchtigkeitswerte hätten, respektive unterschiedlich weit von den Befeuchtungselementen entfernt seien. Das Prinzip lässt Cigar Aficionado Online auch für Walk-in-Humidore gelten. Und: Zigarren mit ungenügend Feuchtigkeit müssten regelmässig in Gebinde mit höherer Feuchtigkeit gelegt werden.
Einfach genügend oft geniessen und die Sache erübrigt sich von selbst. Die andere Extremposition vertritt am prominentesten Min Ron-Nee. In seiner Illustrierten Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren schreibt er sinngemäss, dass nur Zigarren gelüftet (und wohl auch umplatziert) werden müssten, die wenige Jahre oder Monate lagern würden. Da Min Ron-Nee jahrzehntelange Reifung (bei deutlich unter 72 Prozent Luftfeuchtigkeit und ohne Lüftung) predigt, wird seine Philosophie für die meisten von uns Theorie bleiben.
Über aged Cigars konnte im Blog gelegentlich schon gelesen werden. In der Illustrierten Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren (wer sie nicht hat, sollte sie sich beschaffen) schreibt Min Ron Nee u.a.:
(...) "Eines jedoch ist sicher: Ganz wie bei grossen Weinen werden die Reifeperioden in Zeiträumen von Jahrzehnten bemessen, und nicht etwa nach dem Klischee: "Leg' die Cigarren für ein paar Jahre in deinen Humidor und schon schmecken sie viel besser."
Er unterscheidet vier Perioden der Reifung:
* Sick period: Abbau von Ammoniak; einige Monate bis 2 Jahre *
* Erste Reifung: laufende Fermentation; je nach Stärke und Verpackung (Normal- oder Cabinetkiste) 2 bis 15 Jahre *
* Zweite Reifung: Tanninabbau & Reaktion der Abbauprodukte mit den durch die Fermentation entstandenen Aromen; 15 bis 25 Jahre *
* Dritte Reifung: umfassende chemische Reaktionen (nicht bei allen Zigarren möglich); nach über 20 Jahren
Vieles, vieles mehr steht zum Thema in der Enzyklopädie. Zum Beispiel auch Angaben zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung (respektive Nicht-Belüftung). Und natürlich auch spezifische Reifungstipps zu einzelnen Zigarren.
Quellen & Links
- Reife Rarität, HANDELSBLATT