User-Mitarbeit und die Web 2.0-Regel

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Enjoy

bureaucrat,sysop
18.07.2008 09:38
Zuletzt bearbeitet von Enjoy am 18.07.2008 09:41

Die Vermutung dieses Threads, Web 2.0 steht für: 2 Prozent arbeiten, der Rest schaut zu, scheint nicht schlecht zu stimmen ("Vier Nutzertypen 2.0", ECIN):

"Etwa drei Prozent der Nutzer sind Schöpfer, die unmittelbar Inhalte erzeugen. Zwischen drei und zehn Prozent der User rechnet man den Mitwirkenden zu, die beispielsweise Kommentare abgeben, aber keine Diskussion anstoßen. Sie empfehlen zudem Produkte und Dienstleistungen. Zwischen zehn und 20 Prozent der Nutzer sind die Opportunisten, deren Engagement sprunghaft und schwankend ist. Etwa 80 Prozent der User zählt man zur verbleibenden Gruppe der Lauernden, die zwar die Früchte der Online-Communities in Anspruch nehmen, jedoch nichts beitragen. Im Übrigen starten alle Nutzer als die so genannten Lauernden. Adam Sarner von Gartner rät Firmen bei ihren Marketing-Anstrengungen alle vier Nutzertypen zu bedienen, da jeder Typus signifikanten Wert besitze. Allerdings müsse man da nach Branchen und Industrien differenzieren."

Und der Schluss stimmt auch: jeder Typus besitzt signifikanten Wert. Es ist gut so, wie es ist.


Ricci


15.02.2008 00:07
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 15.02.2008 08:53

Wer Regel kennt, kann sie für seine Ziele positiv einbeziehen: ein interessantes Buch zu "social software" auf meine Empfehlung: [1]


Hier die Rezession eines Lesers:

Von Thomas Büchner

Das Buch, obwohl es nur etwa 120 Seiten umfasst, enthält eine gebündelte Ladung an Informationen.

Zuerst wird erläutert was Wissensmanagement genau ausmacht und die wichtigsten Konzepte werden erklärt. Anschließend geht es weiter mit dem Thema Unternehmenskommunikation.Danach wird beschrieben, was genau Social Software eigentlich ist, wie es sich entwickelt hat und was deren Charakteristika sind. Sehr ausführlich wird dann auf Wikis und Weblogs eingegangen, etwas kürzer werden Social Bookmarking und Social Networking abgehandelt. Schließlich wird das Konzept von Newsfeeds, RSS, Atom, etc. und letztlich der Zusammenhang von Web 2.0 und Social Software beschrieben.

Im nächsten Kapitel erfährt man etwas über die Einsatzoptionen von Social Software ? für Weblogs wird dies sehr ausführlich, für Social Bookmarking, Social Networking und Wikis eher kurz, aber dafür umfassend und prägnant abgehandelt. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit dem richtigen Einsatz von Social Software also was sind die Erfolgfaktoren von Wissensmanagement, wie funktioniert Mitarbeitermotivation, was sind generelle Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Wikis und Blogs und was ist bei der Usability zu beachten.

Schließlich geht es um die konkrete Umsetzung von Social Software-Initiativen: die Notwendigkeit und die Umsetzung von Usability-Tests wird beschrieben, Anregungen zur Evaluation von Wiki- und Blogging-Tools werden gegeben und Wiki-und Blog-Policies werden herausgearbeitet. Ausgesprochen interessant fand ich das letzte Kapitel, welches ein Rahmenmodell vorschlägt, wie Social Software im Unternehmen eingeführt werden sollte. Dabei werden in einzelnen Phasen die zu unternehmenden Aktivitäten genau beschrieben damit es mit der Einführung klappt.

Dem Buch ist ein Rundumschlag zum Thema Social Software in Unternehmen gelungen, alles wird sehr fundiert und verständlich beschrieben. Wer eine Einführung in das Thema und mehr als nur eine technische Beschreibung von Blogs und Wikis sucht, sondern auch verstehen will, wie sie sinnvoll im Unternehmen eingesetzt werden können, ist mit diesem Buch gut aufgehoben.


Aficionado

bureaucrat,sysop
18.01.2008 16:29
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 18.01.2008 16:30

Apropos Web 2.0: Hier eine Video-Empfehlung von Ricci. Zweifelsohne empfehlenswert ;-)

Beste Grüsse, A.


Aficionado

bureaucrat,sysop
27.11.2007 13:43
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 27.11.2007 13:46

Zahlen und Fakten zum Mitmach-Web von Internet World Business im Artikel "Passives Mitmach-Web". Ein Auszug:

"(...)Wenig überraschend ist, dass der Anteil der aktiven Web-2.0-Nutzer stark mit dem Alter zusammenhängt: Je jünger, desto aktiver gehen die Internetnutzer mit neuen Web 2.0-Angeboten wie Weblogs, Podcasts, digitalen Foto- oder Videoplattformen und dem Verfassen beziehungsweise Ändern sogenannter Wiki-Einträge um. Bei den 14- bis 29-Jährigen hat sich bereits jeder Dritte (= 4,3 Mio.) aktiv an mindestens einem solcher Web 2.0-Angebot beteiligt. In der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen sind dies gerade noch sechs Prozent (1,3 Mio.) und bei den über 50-Jährigen sinkt der Wert auf kaum noch messbare 0,4 Prozent. Auch Menschen mit hoher formaler Bildung oder einem hohen Haushalts-Nettoeinkommen sind überdurchschnittlich häufig unter den aktiven Web-2.0-Nutzern zu finden.(...)"

Die Entwicklung ist in stetem Fluss. In der Hotellerie ist es mittlerweile schon durchwegs bekannt, dass die Gäste immer mächtiger werden. Ein Auszug aus der hotel revue:

"(...) «Die kunstvoll retuschierten Fotos und vollmundigen Versprechungen der Veranstalter sind längst passé.» Heute lese der potenzielle Gast verschiedene Bewertungsforen und entscheide dann, welches Hotel oder welche Reise er buche.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Websites, auf denen Gäste ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Beurteilungen abgeben können. Es sei zwar kein Geheimnis, dass Einträge auch manipuliert werden, es lasse sich dennoch generell feststellen, dass die Verbraucher eine gute Informationsmöglichkeit hätten.(...)

Merkste wat? (Um einen bekannten deutschen Comedian zu zitieren)

Beste Grüsse, A.


Hedone


23.11.2007 17:58
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 23.11.2007 18:17

Gerne stimme ich ein in das Gefecht mit Zitaten:

«Drei Dinge sind unwiederbringlich:
Der vom Bogen abgeschossene Pfeil,
das in Eile gesprochene Wort und
die verpaßte Gelegenheit.»

(Ali ibn Abi-Talib, (6. Jh.), genannt Ali aus Mekka, Vetter und Schwiegersohn Mohammeds, 4. Kalif der Schiiten, Nationalheiliger)


Aficionado

bureaucrat,sysop
23.11.2007 15:32

Hallo Karlfried,

Oh, so habe ich es nicht gemeint. Da ich Solcherlei oder Ähnliches schon einige Jahre lang mache, kenne ich das User- und Kollaborationsverhalten recht gut. Gelegentlich braucht es aber einfach mal einen vorgehaltenen Spiegel. Bezüglich Cigar Wiki bin ich sehr zuversichtlich. Das war ein Traumstart, u.a. mit vielen E-Mailanfragen bezüglich möglichen Marketing-Kooperationen. Die Web 2.0-Regel, respektive das Verhältnis von Konsumieren und Mitgestalten (oder auch nur Informieren) darf sich aber durchaus etwas ausbalancieren.

Beste Grüsse, A.


Karlfried


23.11.2007 15:04

@ Aficionado

…jetzt werfe die Flinte mal nicht gleich ins Tabakfeld. Ein solches neues Projekt muss sich ja auch erst mal rumsprechen.

Ein neu verfasster Artikel, also keiner der irgendwo abgeschrieben wurde, braucht ja auch seine Zeit. Ich denke in sechs Monaten sieht es schon ganz anders aus.


Aficionado

bureaucrat,sysop
23.11.2007 13:57
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 23.11.2007 14:07

Unter anderem weil die Mehrheit die Möglichkeiten der Mitgestaltung und Zusammenarbeit nicht zu Nützen vermag (resp. nützen mag)?

Beste Grüsse, A.


Karlfried


23.11.2007 13:33

Sehr schön zitiert.

Daraus lässt sich dann ableiten, dass der Staat die Mehrheit überwältigt. Überwältigt im Sinne von besiegen, auch niederringen, unterjochen.


Ricci


23.11.2007 12:48

Die Menschen sind grob in drei Kategorien einzuteilen: Die wenigen, die dafür sorgen, daß was geschieht, die vielen, die zuschauen, wie was geschieht, und die überwältigende Mehrheit, die keine Ahnung hat, was überhaupt geschieht. Karl Weihofer


Aficionado

bureaucrat,sysop
23.11.2007 10:39
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 23.11.2007 10:51

Web 2.0 ist u.a. gekennzeichnet durch die Tatsache, dass der Meinung von Mit-Usern über Produkte mehr Glauben geschenkt wird als den Werbebotschaften der Produzenten. Eine andere Spruchart sagt auch, dass "2.0" für folgende "Gleichung" stehe: 1 User stellt den Inhalt für 100 Prozent der konsumierenden User zur Verfügung und nur 2 Prozent davon beteiligen sich an der inhaltlichen Weiterentwicklung (sei das in Blogs, in Kommentaren, in Wikis, in Sozialen Netzwerken, etc.). Hey, nach einigen Jahren Erfahrung mit Web 2.0 und User-Interaktion kann ich - ohne jegliche Verbitterung selbstverständlich - bestätigen: Die Regel stimmt ;-) Ob Web 1.0, 2.0 oder 3.0 - wir leben in einer Konsumgesellschaft.

Nur, wer die Chance erhöhen will, dass auch künftig Zigarren mit vernünftigen Rahmenbedingungen genossen werden können, sollte sich die Regel überlegen und sich nach bestem Wissen und Gewissen an der Erhaltung der Zigarrenkultur beteiligen. Sei dies in Form von direkten Gesprächen mit Freunden oder Tabakgegnern, mit bewusster Rücksichtnahme gegenüber Nichtrauchern, Kommentieren in relevanten Weblogs, Diskutieren in relevanten Foren, Verfassen von Leserbriefen, bewussterem Geniessen von Zigarren oder auch der Mitarbeit am Cigar Wiki - oder anders gesagt: Macht einfach was!

Beste Grüsse anyway, A.


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