Sie sind ein Freund des Genusses und der Freiheit?

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Ricci


03.06.2008 13:53
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 03.06.2008 13:56

Und noch eine Partei, nämlich diese "P A R T E I"!!!

Wahlaussage für Bayern: „Niemand hat die Absicht, das Rauchen zu erlauben - außer uns“

«Die Partei» von Titanic-Chef Sonneborn tritt in Bayern bei der Landtagswahl an

Der Chef des Satire-Magazins «Titanic» und Bundesvorsitzender der Partei «Die PARTEI» will in Bayern bei der Landtagswahl im Herbst antreten und damit im Freistaat für Furore sorgen. Sein Ziel: «Die einmalige Gelegenheit beim Schopf packen und die CSU auf 25 Prozent minus X drücken.»

Dazu ist ihm, wie er im ddp-Interview vom Freitag betont, jedes Mittel recht. In Bayern sieht er große Chancen, mit seiner Partei «das beste Ergebnis seit Kriegsende» zu erreichen. Schließlich spüre er, dass es im Freistaat ein «politisches Vakuum» gebe. Einen überregional tätigen bayerischen Spitzenpolitiker könne er nämlich momentan nicht nennen. Aber das könne geändert werden. Das nötige Selbstbewusstsein hat Sonneborn mit seiner Mannschaft bereits bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg getankt. «Dort haben wir einen klaren Auftrag vom Wähler bekommen, auch, wenn es nur 0,3 Prozent der Wähler waren«, witzelt der Parteichef.

2004 gründete Sonneborn mit seinen »Titanic«-Mitstreitern die Partei, die sich als «Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative» versteht. Schon der Internet-Auftritt ist mit der nötigen Portion Satire versehen, die Sonneborns Markenzeichen darstellt. «Ich wollte nie etwas anderes machen», hebt er hervor. Er habe zwar Kommunikationswissenschaft studiert, aber nie Lust auf «ernsthafte Recherche und Faktensuche» verspürt. Die Satire sei für ihn «die bequemere Form der Tatsachendarstellung».

Nun hat er mit «Die PARTEI» ein weiteres Feld gefunden, in dem er sich austoben kann. «Wir sind billige Populisten», gesteht Sonneborn und fügt ernst hinzu: «Und stehen auch noch dazu.» Daher ziehe er für sein Programm für die Landtagswahl im Herbst auch alle Themen an Land, die die Gemüter hierzulande erhitzten: Bierpreise, Managergehälter und das Nichtrauchergesetz..

«Wir suchen für Bayern noch populistische Wahlziele, die uns die Wähler zutreiben. Das machen schließlich alle Parteien so«, ist sich Sonneborn sicher. Zum viel diskutierten Rauchverbot erklärt er, man werde in Anlehnung an Walter Ulbrichts Spruch »Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten« Plakate mit dem Spruch »Niemand hat die Absicht, das Rauchen zu erlauben - außer uns, ´Die PARTEI´«, aufstellen. Frustrierten Kneipenwirten solle damit eine »neue politische Heimat« gegeben werden.

Auch in die alljährliche Diskussion um die Bierpreise auf dem Münchner Oktoberfest wagt sich die Partei heran. «Wir fordern einen maximalen Bierpreis von 5 Euro», betont Sonneborn und ist sich sicher: «Dadurch, dass mit der CSU 8 Euro zu machen sind, haben wir gute Karten, hierdurch Wähler zu gewinnen.»

Ein weiteres Thema, mit dem Sonneborn auf Wählerfang geht, ist die Debatte um die Gehälter von Managern. «Wir fordern, die Managergehälter auf das 25.000-fache eines Arbeiterlohns zu reduzieren - zuzüglich Abfindung versteht sich», erklärt der Partei-Chef klar und sachlich.

Ein Ziel hat «Die PARTEI» bereits erreicht: Mit 6.000 Mitgliedern bundesweit hat sie mehr Mitglieder gewinnen können als die NPD. Auch in Bayern ist der Zustrom beachtlich. «Das haben wir nach etlichen Propagandaauftritten in diversen Universitäten geschafft», sagt Sonneborn mit ironischem Stolz. 80 Mitglieder seien aktiv, weitere würden angeheuert. Die Partei hat auf jeden Fall Großes vor. Dass sie Erfolg haben wird, ist sich Sonneborn sicher. «Die PARTEI» sei schließlich »humanistisch, links, oppositionell« und zudem die »einzige moralische Instanz im Land«. Quelle.smokersnews.de


Aficionado

bureaucrat,sysop
18.05.2008 14:16
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 18.05.2008 14:17

Wenn der Titel dieses Threads "Sie sind ein Freund des Genusses und der Freiheit?" auf Sie zutrifft, dann wir Ihnen der Welt am Sonntag-Artikel "Im Himmel wird Zigarre geraucht" gefallen. The Cigar Blog zitiert folgende Passage:

"(..) Professor Ockenfels raucht täglich, und zwar sechs halbe Zigarren. Das Rauchen, so zitiert ihn die Katholische Nachrichtenagentur, habe für ihn eine «symbolhaft-religiöse Bedeutung». Selbst im Paradies, meint er, müsse die Zigarre eine grosse Rolle spielen. Denn ein Himmel ohne gute Zigarre sei «fast ein Fegefeuer»."

Beste Grüsse, A.


Ricci


05.05.2008 13:00
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 05.05.2008 14:11

Halli Hallo Hallöli,

ab gehts in die "Neue Ära": Erhebet die Herzen, beuget die Knie http://www.zeit.de/2008/17/Gesundheitswahn]


Ricci


05.05.2008 11:27
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 06.05.2008 09:31

Der Beitrag von Miss Fallen muss unbedingt für alle hier zu lesen sein. Ganz scharfe FrauenPOWER!!!

(in ihrem Blog direkt hier zu lesen[1])


PASSIV kann man auch ohne RAUCHEN

Das vergangene Jahr war ein spannendes Jahr, voller Ereignisse, deren Folgen sich weit in die Zukunft ziehen werden. Ereignisse, die sich in unser Leben auf besondere Art eingeschlichen haben: unauffällig in den Medien präsentiert, recht wenig bemerkt. Man könnte trotzdem oder, gerade deswegen, vom Anfang einer Neuen Ära sprechen. Aktuellstes Beispiel der „Neuen Ära“ stellt das Nichtraucherschutzgesetz dar. Haben Sie aber bitte Geduld: es geht schliesslich um viel, viel mehr als das Rauchen!

Ein rauchendes Beispiel

Im Hintergrund der internationalen Anti-Rauch-Kampagne steht die World Health Organisation (WHO). Laut dem WHO-Bericht über „second hand tobacco smoke“ (2007) ist das Rauchen eine „schwerwiegende gesundheitliche Bedrohung“, es gäbe „gar keinen unbedenklichen Kontakt mit Tabakrauch“ und das Rauchen sei „gesellschaftlich inakzeptabel“. (1)

Dementsprechend wurde die Umsetzung des Rauchverbots in öffentlichen Räumen (wenn auch privater Nutzung) ohne Abwägung von Alternativen vollzogen. Trotz der Unzahl von Gaststätten in Berlin wurden sowohl Selbstbestimmung seitens der Gastronomen als auch eine vernünftige Abtrennung von rauchfreien Bereichen oder der Einsatz von Lüftungsanlagen, die das Problem stark mildern würden, abgelehnt. Durch die WHO-Zielsetzung von 100% rauchfreien Arbeits-, Transport- und Öffentlichkeitsräumen wird jegliche objektive Darstellung der Gefahr einfach ignoriert: Wie groß ist tatsächlich die Belastung bei einem kurzzeitigen/geringfügigen Kontakt zum Rauch z. B. auf dem Weg zur Toilette oder durch den Einsatz einer Schiebetür? Letztendlich, wird das Gesetz in der Gastronomie für immerhin mehr als 30 Mio. Raucher in Deutschland so totalitär umgesetzt, wie schon lange im Arbeitsbereich und bei der Bahn: die Raucher müssen verzichten oder rausgehen.

'Ziel sei der Arbeitsschutz. Die Umsetzung zeigt aber, dass es die Absicht ist, die Raucher auszugrenzen. Deutliches Zeichen dafür war das Rauchverbot auf den berliner Spielplätzen im Sept 2007. Offene Orte, wo keine Geruchs- oder Gesundheitsbelastung entstehen kann. Begründung: das „schlechte Vorbild“ der rauchenden Erwachsenen für die Kinder. Eine erzieherische Maßnahme, die einem Präventionsstaat gebührt.


Passiv oder objektiv?'


„Das Rauchen könnte tödlich sein“ steht auf jeder Zigarettenpackung. Die Bedeutung liegt genau im Konjuktiv – rechtlich gesehen hätte man es anders nicht schreiben können. Medizinisch gilt das Rauchen als ein starker Risikofaktor, der sogar tödlich wirken könnte – allerdings meistens in Begleitung anderer gravierenden Faktoren: Stress, schlechte Cholesterin-, Blutdruck- und Blutzuckerwerte, Fehlernährung, Bewegungsarmut, Übergewicht, genetische oder Umweltfaktoren. Die Gefahr hängt, wie bei allen Substanzen, von der Dauer und Art des Kontaktes ab. „Offizielle“ Studien versuchen krampfhaft die Tödlichkeit des Passivrauchens zu beweisen: durch einseitige, teilweise falsch berechnete und unseriöse Studien. Nach einem vielzitierten Bericht des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg sind z.B. im Jahr 2005 ganz genau 3.301 Menschen in Deutschland an Folgen des Passivrauchens gestorben. Keiner mehr, keiner weniger. Bei diesem akribischen Ergebnis wurden wesentliche Angaben über die Verstorbenen verschwiegen: ihr Jahrgang (65% hatten das stolze Alter von ca. 80 Jahren erreicht), ihr allgemeiner Gesundheitszustand, ihr Lebensverhältnisse u.s.w.


Die Medien behandeln das Thema genauso populistisch, wie andere „Gesundheitstrends“, die „Klimakatastrophe“, die Vogelgrippe oder der Terrorismus: faszinierend und fanatisierend. Schwindelerregende Zahlen werden tagtäglich in Schlagzeilen hochgepeppt, bis vollkommen unwissenschaftliche Ausdrucksformen als selbstverständlich gelten.


Es ist in der Tat unmöglich, eine realistische Schätzung der Todesfälle aufzustellen, die ausschließlich auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind. Nicht nur weil Krebs, Kreislauf- und Atmungssystemserkrankungen in einem komplizierten, noch verschlüsselten Verhältnis zu mehreren anderen Risikofaktoren stehen, sondern auch, weil die Mehrheit dieser Studien direkt oder indirekt von der Pharmaindustrie bzw. den Tabakkonzernen finanziert werden. Wer solche genauen Zahlen nennt, kann und soll nicht ernst genommen werden!

Absicht dieses Textes ist es nicht, zu beweisen, dass das Rauchen ungefährlich sei! Tatsache ist aber, dass die aktuellen Studien definitiv nicht ausreichen, um einen Rauchverbot in öffentlichen Räumen, in dieser Art und Weise zu begründen.

Imagemakers

Daraufhin wurden WHO, daran verdienende Apotheken und Krankenkassen gezwungen auf andere Mittel zurückzugreifen: „Rauchen altert die Haut“ (die wir sonst mit so vielen giftigen Substanzen jung zu halten versuchen), „schwärzt die Zähne“ (die wir mit so vielen invasiven Behandlungen weiss und gerade zu halten versuchen), ist „Gewohnheit der Unterschicht“ (eine Beleidigung unseres Klassenstolzes – falls wir noch einen besitzen), das Rauchen wird von riskantem Genußmittel zu tödlicher Droge, böse und unmoralisch. In den meisten Mainstream Filmen erscheinen Raucher als agressive oder verzweifelte Figuren – die, nach Lösung ihres Problems, selbstverständlich mit dem Rauchen aufhören. Vorhandene Bilder von Rauchenden sind inzwischen tabu – folgen wir hiermit dem orwellschen Muster, Geschichte hemmungslos zu manipulieren?


Kranken Kassen

Eine häufig gestellte Frage ist, „warum sollte ich (durch meine Krankenkassenbeiträge) die Krankheiten des „Raucherwahns“ bezahlen?“ Dabei ist den meisten nicht bewusst, dass über 70% des Tabakpreises Steuer ist. Mit jährlich über 14 Milliarden Euro, ist die Tabaksteuer die ertragreichste, besondere Verbrauchersteuer nach der Mineralölsteuer. Rauchen deckt Krankenkassenfinanzlücken, Sicherheitsprojekte u. a. – kein Wunder, dass keiner es zu verbieten wagt. Durch Anwälzen aller Kreislaufs-, Atemwegs- und Tumorerkrankungen allein aufs Rauchen stehen die sogenannten „Raucherbehandlungskosten“ stolz neben den Kosten für chronische Krankheiten und den Kranken- und Pflegekosten älterer Menschen. Trotz aktueller Studien, die das Gegenteil zeigen.

Eine wesentliche Rolle bei dieser Debatte spielt die Finanzierung des Gesundheitssystems, die durch maßlose Bürokratie, Mißverwaltung, Pharmaindustriegrössenwahn und chronisch versagende Politik kaum noch zu bewältigen ist. Es ist zum Problem geworden, dass wir so viel länger leben: mit oder ohne „Rauchererkrankungen“ ist das Durchschnittsalter hierzulande auf ca. 78 (M) / 82 (Fr) Jahre gestiegen.


Die Pflicht der Gesundheit

Der deutschen Bevölkerung werden inzwischen mehrere Wege angeboten, die Kosten für ihre Gesundheit zu senken. Im Jahr 2007 hat das Kabinett die Meldepflicht bestimmter Krankheitsursachen beschlossen. Ärzte und Krankenhäuser sollen den gesetzlichen Kassen demnach Daten übermitteln, wenn „Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Versicherte sich eine Krankheit bei einem von ihnen begangenen Verbrechen oder vorsätzlichen Vergehen oder durch eine medizinisch nicht indizierte Maßnahme zugezogen haben“. Den Kassen wird das Recht eingeräumt, Versicherte bei „selbst verschuldeten“ Krankheiten an den Behandlungskosten zu beteiligen und das Krankengeld ganz oder teilweise für die Dauer dieser Krankheit versagen und zurückzufordern.(2)

Dabei wird gefragt: Was ist eigentlich (k)eine „selbst verschuldete“ Krankheit? In einer Studie der Universität Freiburg („Eigenverantwortung und gesunde Lebensweise“, 2005) findet man einige Vorschläge [Auswahl]:

Keine Verantwortung: Krankheit aufgrund unverschuldeter Unfälle, HIV-Infektion als Folge einer Vergewaltigung.

Geringe Eigenverantwortung: Berufserkrankungen mit Vorauserkenntnis, Folgeerkrankungen zustimmungspflichtiger ärztlicher Eingriffe (z.B. Spätschäden von Operationen), Krebs ohne klaren genetischen oder verhaltensbedingten Hintergrund.

Eigenverantwortung: Auto- und Freizeitunfälle, ernährungsbedingte Erkrankungen, Infektionen und ihre Folgen bei vermeidbaren Erkrankungen.

Sehr hohe Eigenverantwortung: Lungenkrebs bei Rauchern, Leberschäden bei Abhängigkeitskranken, Folgen von Infektionen bei Urlaubsreisen, Herzinfarkt aufgrund multipler verhaltensbedingter Risiken ? Volle Eigenverantwortung: Krankheit aufgrund von Freizeitsunfällen, HIV-Infektionen oder klassische Geschlechtskrankheiten bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. (3)

Und weil gesund nicht gleich gesund bedeutet, hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bei der neuen Chronikerregelung für eine Beratungspflicht zur Krebsvorsorge entschieden: wer sich von seinem Arzt nicht regelmäßig beraten lässt, muss 2% statt 1% seines Einkommens für eine spätere Krebsbehandlung aufwenden. Die neue Regelung umfasst Gebärmutterhalskrebsvorsorge, Mammographie, Stuhltest, Darmspiegelung und Hautkrebsfrüherkennung. Der G-BA soll in seinen Richtlinien festlegen, „in welchen Fällen Früherkennungsuntersuchungen ausnahmsweise nicht zwingend vorgeschrieben sein sollen“.

Leben und Leben aufrechterhalten Genau hier ist der Punkt, wo die Sache zur Hysterie wird. Inzwischen gelten viele, normale Aspekte des menschlichen Daseins als behandlungsbedürftig oder vermeidbar. Schwangerschaft und Geburt, PMS-Syndrom, Wechseljahre, BMI-Index, Safer Sex, Impfungen, Anti-Aging, Hyperaktivität, Burnout, Depression, Altersdemenz: Jeden Tag wird irgendeine Lebenssituation durch pseudowissenschaftliche Namensvergabe zu Gefahr erhoben. Über 20% der Deutschen gelten als chronisch krank. Erschreckendes „Infomaterial“, Bonussysteme der Krankenversicherungen, belohnte Präventionsprogramme (bzw. bestrafte Nichtteilnahme) und Plichtberatungen machen jeden (auch gesunden) Menschen zum „Patienten“. Aus Gesundheitsbewusstsein wird Zwang zur angepassten „Verantwortung“. Der Kranke ist an seiner Krankheit schuldig, der Gesunde für die Zunkunft seiner Gesundheit haftbar.

Dies alles hat nicht im Geringsten mit einer ganzheitlichen und vorsorgenden Medizin zu tun.

Durch Instrumentalisierung der Interessen und systematischen Aufbau von Angst und maßgeschneiderter „Selbstverantwortung“ versuchen Staat und Krankenkassen aus einem solidarischen Gesundheitssystem eine rein wirtschaftliche Gesundheitsinstutition zu schaffen, die sich nach den Prinzipien des freien Marktes finanzieren soll.

Die WHO beschreibt die menschliche Gesundheit nicht als die Absenz von Krankheit sondern als einen „Status absoluten physischen, mentalen und gesellschafltichen Wohlbefindens“. Dabei wird unser „Wohlbefinden“ alleine von WHO und Staat definiert. Freiheit, Genuß, Solidarität, Kreativität und Wissen hinken hinter Vorsorge und Kosteneinsparungen her. Die Gesundheit wird zu einer bloße Aufrechterhaltung des Immunsystems degradiert, eine konsumierbare und kostenintensive Pflicht – uns wird die Utopie eines Lebens ohne Leid und Tod aufgezwungen.(4)

Und der letzte macht das Licht aus …

Leider ist dies alles kein Science-Fiction. Zwischen Studien und Gesetz scheint es keine Wissenschaft mehr zu geben: kaum gibt es eine statistische Beobachtung, entsteht ein neues Gesetz. Nach dem Vorgehen gegen das Rauchen entschied sich der WHO Ausschuss für ein drastisches Vorgehen gegen den Alkoholkonsum (Vorsicht: nicht Alkoholmissbrauch!) Nach wissenschaftlichen Studien (kennen wir ja schon) bilde Alkohol einen „vermeidbaren Risikofaktor, verantwortlich für den vorzeitigen Tod von 2,3 Mio. Menschen weltweit durch Herz-, Leber-, Kreislauf- und Krebserkrankungen, Verkehrsunfälle, Gewalt, sexuell übertragene Krankheiten, AIDS und Selbstmord. Alkohol steckt hinter Arbeitslosigkeit und betrieblichen Fehlzeiten“. Die in 2 Jahren umzusetzenden Maßnahmen beinhalten massive Informationskampagnen, Regulierung des Vertriebs und des Marktpreises alkoholischer Getränke und sollten vorallem „Gefährdete durch den Alkoholkonsum anderer“ schützen (Reuters, 25.1.08). Freiburg und Magdeburg haben bereits Alkoholverbotszonen, Neuruppin, Hamburg und Berlin sind noch am Diskutieren. Als Jugendschutzmaßnahme wird von der Politik z. Z. ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gefordert.

Zum Glück sind unsere Kinder in guten Händen: Kinderarzt, Jugendamt, Gesundheitsbehörde und Schule übernehmen ab sofort die Überwachung. Anhand der letzten Fälle von Kindesvernachlässigung sind die Vorsorgeuntersuchungen jetzt für alle Kinder Pflicht – auch eine Meldepflicht der Ärzte bei „auffälligen Eltern“ tritt ab 2008 in Kraft. Die Jugendämter dürfen bei Familien nicht erscheinender Kinder „Beratungen“ durchführen. Falls sich Eltern dem Pflichttest für ihre Kinder entziehen, müssen sie mit rechtlichen Sanktionen rechnen. Hierbei wird das wiederholte Versagen der Jugendämter ignoriert, die wirklichen Gründe von Kindesvernachlässigung unter den Teppich gekehrt und Millionen von Familien noch ein Zwangsverhalten verordnet.

Und weil auch der gesundeste Mensch durch Terorrismus gefährdet ist, wurde die (2007 in Deutschland beschlossene) Vorratsdatenspeicherung zu unserem Wohl erweitert: nach der Novellierung der gesetzlichen Vorschriften zur Telekommunikationsüberwachung und anderer Ermittlungsmaßnahmen sollte die Kommunikation von Ärzten und Patienten „nach einer Verhältnismäßigkeitsprüfung bei strafrechtlichen Ermittlungsverfahren verwertet werden können“ (BJM). Die ärztliche Schweigepflicht wird damit praktisch abgeschafft – und der Skandal der verschwundenen Geheimdaten von Millionen von Eltern, Kindern und chronisch Kranken Ende 2007 in England lässt die Vorstellung offen, was uns noch erwarten könnte. Hauptsache: es wird überwacht, gespeichert, verwertet und zur Kasse gebeten. Dabei glauben Sie bitte nicht, dass irgendjemand Interesse an Ihre Gesundheit hat!


F A Z I T

Nein, dieser Text hat nicht nur mit dem Rauchen zu tun. Es geht um eine „Neue Ära“, in der wir unsere Körper nicht mehr frei, nach eigenem Wissen und Glauben behandeln dürfen. Die wirkliche Gefahr ist, uns irgendwann vor einander Verbergen zu müssen. Durch eine selbstgetragene Inquisition könnte es sein, dass wir uns bald nicht mehr in die Öffentlichkeit trauen: weil wir mollig oder kurzatmig sind, nach Alkohol riechen, Lust auf Fleisch haben, Schwul sind oder eine schlechte Phase durchmachen, die „depressionsverdächtig“ wirkt. Wenn unsere Ärzte uns verpetzen (müssen), niemand uns als Gast oder Arbeitnehmer nehmen darf und sämtliche Gespräche und Handlungen überwacht, gespeichert und bewertet werden, werden wir uns bestimmt nach der Zeit sehnen, wo es noch ein Recht auf Selbstbestimmung und kritikfreie Lust gab.


PS: Ergänzend empfiehlt sich noch dieser Text von Imre von der Heydt: ["Warum die Anti-Raucher-Kampagne Heuchelei ist"http://www.welt.de/politik/article1462242/Warum_die_Anti-Raucher-Kampagne_Heuchelei_ist.html#article_readcomments]


Ricci


05.05.2008 10:51
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 05.05.2008 11:04

Auf Readers Edition wird gerade der "Blaue Salon II" eröffnet!

"Zentrum des “Blauen Salons” steht dieses Mal eine Wortmeldung zum Thema, die der Debatte ums Rauchen einerseits außergewöhnlich geistreiche Überlegungen hinzufügen soll und sich andererseits durch innovative Gedankenzüge auszeichnet. Schließlich soll an dieser Stelle eine fruchtbare Diskussion ausgelöst und unterstützt werden. Wir wollen weg von den ausgetretenen Pfaden, die ermüdend zwischen „ich-bin-dagegen-basta“ und „ich-bin-gegen-dagegen-ätsch“ pendeln.

Besagter Beitrag ist vollständig auf dem Blog von Miss Fallen zu lesen. Es handelt sich um eine überaus scharfsinnige und intelligente Zusammenfassung der Debatte ums Rauchen. Miss Fallen sieht in der Debatte um das Nichtraucherschutzgesetz nur eines von vielen Beispielen, welche darauf hinweisen, dass eine „Neue Ära“ anbrechen könnte. Denn, was den meisten Kritikern des Rauchens anscheinend noch nicht ganz klar ist: „Es geht schließlich um viel, viel mehr als das Rauchen.“ Denn die, von ihr als „Neue Ära“ bezeichnete Periode, spricht von einer Gesellschaft, „in der wir unsere Körper nicht mehr frei, nach eigenem Wissen und Glauben behandeln dürfen.“ Der im Entstehen begriffene Präventionsstaat hält sich beileibe nicht beim Rauchen auf. Alkoholkonsum und Vorratsdatenspeicherung gehören ebenso auf seine Agenda."


http://www.readers-edition.de/2008/05/03/der-blaue-salon-ii-ein-plaedoyer-fuer-den-rauchgenuss/]

Gas gewe. längär lewe, gelle!!


Ricci


22.04.2008 20:22
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 22.04.2008 20:23

Tabakgenießer führen bayerische Regelungswut ad absurdum

Chaos herrscht im bayerischen Land. Nichtraucher beschweren sich darüber, dass in vielen Kneipen und Lokalen wieder geraucht wird. Der gemeine Tabakgenießer hingegen sagt „gut so!“ und raucht gemütlich eine Zigarre in einem der immer zahlreicher werdenden Raucherclubs. Diese sind schwer im Kommen: in München gibt es bereits über 700, in Nürnberg sind es 220, Tendenz steigend. Damit hatten die zuständigen Volksvertreter offenbar nicht gerechnet. Mehr hier: [1]


Ricci


21.04.2008 00:24
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 22.04.2008 10:39

Gedanken für eine stigmatisierten Randgruppe

Folge 8: Die Restlaufzeit des Rauchverbotes hat bereits begonnen

Und zum Fazit der Serie ein zeitgerechter Satz von Helmut Schmidt: "Das geht vorbei wie die Prohibition in Amerika"

Verbote ziehen, wenn sie das Verhalten oder die persönliche Lebensweise und -einstellung der Menschen betreffen, z.B. ihre hergebrachten Sitten und Gebräuche, ihre individuelle Überzeugung, ihre Weltanschauung oder ihren Glauben, immer gleiche Folgeerscheinungen nach sich: Heimlichkeiten, Übertretungen und Widerstand. Auf der anderen Seite folgen ihnen: selbsternannte Tugendwächter, professionelle Moralapostel und scheinheilige Denunzianten. Verbote waren schon immer bei Herrschern und den herrschenden Klassen ein sehr beliebtes Zuchtmittel, das leider nicht immer sinnvoll eingesetzt wurde. So sind bösartige, manchmal auch kuriose Auswüchse anzutreffen. Beispielsweise gilt heutzutage in einigen US-Bundesstaaten das Verbot, Wäsche für Anwohner oder Straßenpassanten sichtbar zum Trocknen ins Freie zu hängen. Polizeistreifen und ambitionierte Ordnungshüter kontrollieren regelmäßig die Wohngebiete und drohen Uneinsichtigen mit Bußgeld.

Nachdem die Verbotsregelung beim Rauchen anscheinend so gut funktioniert hat, werden schon die nächsten Verbotsmöglichkeiten in Bezug auf Alkohol, Fett- und Zuckergehalte, Holzbrand, „gefährliche“ Sportarten usw. diskutiert. Schließlich brauchen auch die Medien wieder neue Zielobjekte.

Noch werden solche Absichten von politischer Seite heftig dementiert, um nicht tatsächlich in den Ruf einer Verbotsrepublik zu geraten. Wenn es aber die Umstände verlangen und wenn es auch nur der Zeitgeist ist, dann sind Verbote notwendig, unumgänglich, berechtigt – ja, unvermeidbar. Sollten sich jedoch diese Umstände ändern oder verflüchtigen, ist ihr Fortbestehen obsolet.

Ganz gleich, wie es kommt, die Restlaufzeit des Rauchverbotes hat bereits begonnen.

Gunther Grabowski Langgöns, Frühjahr 2008 Quelle:smokersnews.de


PS: Strafanzeige?!? Helmut Schmidts Kapitulation im Raucherkrieg(welt-online) Raucht er oder raucht er nicht? Nach einer Strafanzeige gegen Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) wegen Körperverletzung warteten die Zuhörer einer SPD-Veranstaltung am Sonntag im Hamburger Thalia-Theater gespannt, ob sich der 89-Jährige eine Zigarette anzündet. Weiteres hierzu:[1]


Aficionado

bureaucrat,sysop
20.04.2008 12:59

"Der Blaue Salon (I) - ein Plädoyer für den Rauchgenuss", gesehen bei Readers Edition.

"(...) Einerseits soll hier über aktuelle Entwicklungen hinsichtlich des “Raucherschutzes” informiert werden wie auch andererseits die Vorzüge des Rauchgenusses in all ihren Facetten dargestellt werden. Als roter Faden wie Motivation eine Überlegung Georg Simmels im Hinterkopf: Dieser sah einst schon den Ersatz der behäbigen Zigarre durch die schlanke Zigarette als Symptom der buchstäblichen Kurzatmigkeit der modernen Welt. Was hätte dann erst die angestrebte, komplette Auslöschung jeglicher Tabakwaren aus dem öffentlichen Leben zu bedeuten?"

Beste Grüsse, A.


Enjoy

bureaucrat,sysop
18.04.2008 09:26
Zuletzt bearbeitet von Enjoy am 18.04.2008 09:26

Spiegel (18.4.2008): "Kneipen beklagen bis zu 70 Prozent Umsatzrückgang":

Durchschnittlich 20 bis 30 Prozent weniger Umsatz machen die Wirte - das ist das Ergebnis einer Umfrage der "Bild"-Zeitung bei den Gaststättenverbänden und Industrie- und Handelskammern in allen Bundesländern. In Berliner Gaststätten beklagen die Wirte sogar bis zu 70 Prozent weniger Einnahmen. Besonders betroffen seien kleine Eckkneipen und Bars mit nur einem Raum.


Aficionado

bureaucrat,sysop
18.04.2008 08:54
Zuletzt bearbeitet von Aficionado am 18.04.2008 08:57

Im Artikel "Aktuelle Umfrage von QGD Hotelmanagement: "Rauchverbot mach vor allem Hotelbars schwer zu schaffen"", gelesen bei inar.de, wird zwar nur eine Hotelgruppe repräsentiert, die Resultate besitzen aber sicherlich Aussagekraft mit grösserer Spannweite:

"(...) Bis auf wenige Ausnahmen ist das Nichtrauchergesetz nahezu in allen Bundesländern in Kraft. Laut einer aktuellen Umfrage unter den bundesweit 25 Hotels, die von QGD Hotelmanagement betrieben werden, akzeptiert der Großteil der Gäste das Rauchverbot. Allerdings verzeichnen die Hotelbars Umsatzeinbußen, zum Teil von bis zu 50 Prozent."

Beste Grüsse, A.


Ricci


16.04.2008 20:30
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 16.04.2008 20:31

Gedanken für eine stigmatisierten Randgruppe


Folge 7: Vom Tabak-Angstschleier, der den Menschen einsuggeriert wird, und Morbidität sowie Mortalität

Auch wenn die Menschen in unserem Land durch die von Gesundheitsexperten und Tabaksrauchgegnern vorgetragenen Argumente bereits total verängstigt sind und in einem Päckchen Zigaretten tatsächlich nur noch die Büchse der Pandora sehen, so dürfte ein Blick auf viel lebensbedrohlichere Risiken im Alltag die Befürchtungen vielleicht relativieren. Statt eines Tabakwölkchens müssten Nichtraucher weitaus mehr die schicksalhaften, ohne eigenes Handeln eintretenden, aber sehr viel realistischeren tödlichen Ereignisse des Lebens fürchten: In einer Studie hat das amerikanische „Institute of Medicine“ für die USA die Zahl der Patienten, die jährlich an den Folgen von Behandlungsfehlern sterben, mit 50.000 bis 100.000 angegeben. Derartige Studien sind in Deutschland bislang nicht vorgelegt worden. Experten gehen aber von vergleichbaren hohen Todesraten (6.000 bis 12.000) aus.


Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hat sich 2006 auf einem Kongress mit dem Thema „Sepsis“, im Volksmund Blutvergiftung genannt, befassen müssen. Hintergrund sind 150.000 Vergiftungsfälle pro Jahr, wovon etwa 60.000 tödlich verlaufen – und das Schlimme, die meisten Opfer haben sich die Vergiftung erst während eines notwendigen Krankenhausaufenthaltes zugezogen. Rechnet man nun noch die bereits erwähnten Grippe-Toten hinzu, so dürften zwischen 70.000 und 90.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr vorzeitig ihr Leben verlieren, obwohl sie sämtliche gesundheitlichen Empfehlungen und Ratschlägen der „Apotheken Umschau“ uneingeschränkt befolgt hatten. Das sind ungefähr 10 Prozent von den insgesamt vom statistische Bundesamt für 2006 genannten Sterbefälle (821.627) oder 30-mal mehr als die vom DKFZ angeführte und als erheblich eingestufte Todesrate bei Passivrauchern. Die Hoffnung, dass sich diese tragischen Vorkommnisse deutlich reduzieren, ruht vor allem auf den Bemühungen der Ärzteschaft sowie der Krankenhausträger. Das Rauchverbot kann jedenfalls keinen Beitrag leisten.

Ängste

Jeremias Gotthelf: Wo die Angst im Leibe steckt, da ist auch Gefahr allenthalben

Im Kampf gegen das allgemeine Rauchen wurde als wirksamste Waffe die Verbreitung von Angst eingesetzt, wobei es nicht um eine nur latent wahrgenommene Angst ging, sondern um eine, die offen diskutiert und öffentlich ausgelebt wurde. Da musste natürlich das gesetzliche Rauchverbot wie ein Befreiungsschlag wirken und der Blick in eine rundum gesunde Zukunft war freigegeben. Wer aber nun tatsächlich gedacht hatte, frei von Tabakrauch zu leben, sei gleichbedeutend mit angstfrei leben zu können, unterliegt angesichts der jetzt ins Visier genommenen, gesundheitsbedrohlichen Krankmacher ganz offensichtlich einem Trugschluss. Wir sind von neuen, Angst einflößenden Risiken ungeahnten Ausmaßes umzingelt. Von Ängsten begleitet ist Vorbeugen zu einer Sisyphus-Aufgabe geworden.

Ängste entstehen unmittelbar, wenn das Vorausdenken an eine schwere, möglicherweise letzte Krankheit mit dem angeborenen Überlebenswillen zusammentrifft. Solche Ängste sind zwangsläufig in einer mit großem Gesundheitsbewusstsein ausgestatteten Gesellschaft weit verbreitet, wobei die Gruppen mit höherem sozialen Status und größerer Bildungskompetenz stärker betroffen sein dürften.

Die bereits besprochene DKFZ-Publikation „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ ist von der ersten bis zur letzten Seite darauf abgestellt, das Vorausdenken zu befördern – es so früh wie möglich zu aktivieren. Setzt man den Überlebenswillen als Konstante an, dann vergrößert sich der Abstand zwischen Denken und Wille, was nichts Anderes zur Folge hat, als dass das Angstpotential linear ansteigt. Heute braucht man nur in die Gesichter von Nichtrauchern zu schauen, wenn sie entfernt einen Menschen entdecken, der raucht. Die Gefahren voraus denkend verändert das Entsetzen die Gesichtszüge.

Noch vor einem Jahrzehnt hätte sich kaum einer vorstellen können, dass sich einmal wegen Zigarette, Cigarre und Co. ein riesiger Angstschleier über die Menschen ausbreiten würde und düstere Gedanken über die Morbidität und Mortalität notwendig sind, um unsere Gesellschaft in eine bessere Zukunft zu führen.

Alles hat einmal ein Ende. Am Donnerstag folgt das letzte Kapitel von Gunter Grabowski auf smokersnews.de.


Ricci


11.04.2008 08:30
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 16.04.2008 20:24

Gedanken für eine stigmatisierten Randgruppe


Schutzgedanke und Epidemie werden als Tabakrauchbekämpfungsgesetz in die Geschichte eingehen

Folge 3 (frühere Folgen bitte nach unten scrollen)

Der Leser hat das Wort: Gunther Grabowski

Neben den gesundheitsmedizinischen Aspekten bildet insbesondere die Prävention fraglos das Fundament für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema und schließlich auch für gesetzliche Festlegungen nach den Vorstellungen einer mehrheitlich nicht rauchenden Gesellschaft. Beim deutschen Gesetz irritiert zunächst sein Titel. Statt „Gesetz zur Schaffung rauchfreier Zonen“ hat man es als Nichtraucherschutzgesetz deklariert.

Das lässt emotionale Assoziationen zu Jugendschutz, Kinderschutz, Tierschutz, Naturschutz usw'. aufkommen.

So gesehen hätte sich Herr Scholl-Latour(sein Statement ist noch zu lesen) eigentlich geirrt: Nicht die Raucher sondern die Nichtraucher wurden per Gesetz entmündigt und unter Schutz (quasi unter Hausarrest) gestellt. So wie man mit gut behüteten Kindern verfährt, wenn sie nicht aufhören, mit den Schmuddelkindern (Rauchern) zu spielen.

Aber spätestens bei den Durchführungsbestimmungen fällt auf, vorrangig geht es dabei gar nicht um den unbestreitbaren Schutz der Nichtraucher vor Tabakrauch, sondern um die Eindämmung und Bekämpfung der Tabakepidemie – gemäß Wortwahl der WHO. Nun weiß man, dass die Bekämpfung einer Epidemie bzw. Seuche dann erfolgreich abgeschlossen ist, wenn man sie ausgerottet hat. Da der medizinisch-wissenschaftliche Hintergrund für die Abfassung eines gesetzlichen Nichtraucherschutzes von der DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) erarbeitet wurde, in dem auch das WHO Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle eingerichtet ist, sind die Zielvorstellungen natürlich identisch, d.h. „die neue Gesellschaft“ wird in absehbarer Zeit die Tabakpflanze bestenfalls noch in botanischen Gärten besichtigen können. Das Nichtraucherschutzgesetz ist also in Wirklichkeit ein gegen das Rauchen allgemein und gegen den Raucher im Einzelfall gerichtetes Gesetz. Der richtige Gesetzestitel müsste daher lauten: Tabakrauchbekämpfungsgesetz.

Nachdem für die WHO der Kampf gegen die Tabakseuche weitgehend erfolgreich abgeschlossen ist, hat sie nunmehr den Stress als weltweit größtes Gesundheitsrisiko ausgemacht. Gibt es vielleicht in der zeitlichen Abfolge der Aufgabenstellungen dieser Organisation einen kausalen Zusammenhang? Stress durch Überarbeitung und Überforderung ist nach medizinischer Erkenntnis nicht nur verantwortlich für das Burn-Out-Syndrom, sondern ebenso für Depressionen und Verlust des Selbstwertgefühls bis hin zu Suizidabsichten. Wie hat man damals gelacht, wenn das HB-Männchen in die Luft gegangen ist.


Als medizinischer Laie ist man jedoch überrascht, wie die Gesundheitsexperten den Begriff „Epidemie“ einsetzen. Eine Epidemie ist per Definition eine durch Ansteckung hervorgerufene massenhafte Erkrankung.

Nun kann man sich zwar eine Zigarette anstecken. Aber löst das gleich eine massenhafte Erkrankung aus?

Grippeviren (Influenza) sind dazu in der Lage. Ein an Grippe erkrankter Mensch darf sich aber ohne weiteres in öffentlichen Gebäuden aufhalten, er darf jedes beliebige Verkehrsmittel benutzen und er kann, so er möchte bzw. körperlich dazu noch fähig ist, jede Gastwirtschaft aufsuchen, ohne dass eine Ordnungsbehörde einschreitet.


An den fast mit gewisser Regelmäßigkeit auftretenden Grippe-Epidemien sterben jährlich in Deutschland mehrere tausend Menschen. Die Epidemie 2002/03 hat laut Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten etwa 16.000 Menschenleben gekostet. Statt irgendwelche Verbotsregeln zu ersinnen, beschränkt sich hier der Staat auf Warnungen und Hinweise zur medizinischen Vorsorge. Vor allem heißt es:

Bürger schütz’ dich selbst!



Folge 4:

Suggestionen, subtile Einflüsse und Zahlenspiele

Beauftragter Zahlenschieber Prof. Keil: Zur Geschichte des Passivrauchens

Nun hat der Obrigkeit schon immer das Wohl des gemeinen Volkes sehr am Herzen gelegen, weshalb Erlasse und Verordnungen gegen die Unsitte des Rauchens auch eine lange Tradition haben – von Perioden, in denen Staatslenker und Gelenkte gleichermaßen dieser Leidenschaft frönten, einmal abgesehen. Nachdem die Inquisition bereits recht unsanft aber erfolglos mit den ersten Rauchern umgegangen war, hat sich Jakob I., König von England und Schottland, 1603 persönlich des Problems angenommen und in seiner Mahnschrift „A Counterblaste to Tobacco“ die Untertanen vor der Schädlichkeit des Tabakrauches für den Menschen eindringlich gewarnt - und zwar sowohl für die Raucher selbst als auch für die freiwillig oder unfreiwillig Mitrauchenden.

Der Begriff „Passivrauchen“ tauchte dann erstmals 1939 auf, als der Mediziner Dr. Lickint im Auftrag des Volksgesundheitsdienstes und des Bundes Deutscher Tabakgegner in seiner Studie Tabak und Organismus die gesundheitlichen Risiken beschrieb, denen Nichtraucher ausgesetzt sind, wenn sie die durch Tabakrauch belastete Raumluft einatmen. Ganz im Sinne des Meinungsführers wurde vom Reichsgesundheitsamt in einer ersten Kampagne das Rauchen als liberaler Lebensstil angeprangert und als Schädigung der Volksgesundheit gegeißelt. Gut 50 Jahre später fand mit der Ausprägung des Körper-, Gesundheits- und Anti-Agingkultes nach amerikanischem Vorbild wieder eine gesellschaftliche Rückbesinnung - was die Einschätzung des Rauchens und seiner Begleitumstände anbetrifft - statt. Unzählige Zeitungsartikel und Fernsehbeiträge zu diesem Reizthema überfluteten die Bevölkerung, die sich schon zuvor kaum den permanent anrollenden Wellen von Gesundheitshinweisen, Ernährungsratschlägen und Fitnessprogrammen erwehren konnte. Eine „rauchfreie“ Lebensweise sei aber in jedem Fall die unerlässliche Voraussetzung, um die Lebenserwartung deutlich zu verbessern. Dann schlägt 2005 in diese von den Medien gestaltete Meinungslandschaft eine einzige Zahl wie eine Bombe ein: jährlich (ohne Jahresangabe) sterben in Deutschland 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.



Zu Statistiken, Schätzungen und Berechnungen


Wahrscheinlich hat vor lauter Erschrecken niemand gewagt, diese Zahl zu hinterfragen. Noch heute, nachdem man sich mehr oder weniger an die Vor- bzw. Nachteile der gesetzlichen Bestimmungen gewöhnt hat, glauben viele - Zeitungsredakteure, Fernsehmoderatoren und Politiker eingeschlossen - diese Zahl wäre statistisch belegt. So, als könne man durch pathologische Untersuchungen den eindeutigen medizinischen Nachweis erbringen, dass für den Tod eines Nichtrauchers Passivrauchen die alleinige Ursache gewesen ist bzw. für den tödlichen Krankheitsverlauf den entscheidenden Ausschlag gegeben hätte. Da dies aber wohl nur in äußerst seltenen Fällen möglich ist, können solche tragischen Ereignisse auch nicht einfach zusammengezählt werden.

Ergo gibt es hierüber, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf Anfrage bestätigt hat, keine Statistik. Tatsächlich wurde diese Zahl von verschiedenen Epidemiologen und Sozialmedizinern anhand wissenschaftlicher Untersuchungen sowie statistischer Hilfsgrößen mathematisch herausgearbeitet und der Öffentlichkeit in der DKFZ-Publikation unter dem Titel „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ präsentiert.

Da sich der Gesetzgeber in seinen kompromisslosen Festlegungen zum Nichtraucherschutz, die sowohl in die Privatsphäre des Normalbürgers hineinwirken als auch die wirtschaftliche Grundlage einiger Kleinbetriebe beeinträchtigen, in erster Linie wohl doch auf diese Zahl von 3.300 vermeidbaren Todesfällen beruft, sollten nicht nur die Fachleute in den Ministerien sondern auch die betroffenen Bürger wenigstens nachvollziehen können, wie man auf diese Zahl gestoßen ist. Dazu muss man sich jedoch einer kleinen Mühe unterziehen und die vorgenannte, 68-seitige Publikation bis zum Ende durchstudieren. Es findet sich am Schluss ein 8-seitiger Anhang zur mathematischen Bestimmung, in dem unter der Überschrift „Methodik“ die Vorgehensweise erläutert wird.

Zur rechnerischen Bestimmung des attributablen Risikos (das ist der Anteil der Erkrankungsfälle, die hätten vermieden werden können, wenn niemand exponiert gewesen wäre) werden die Prävalenz des Passivrauchens in Abhängigkeit von der jeweiligen Exposition, vom Geschlecht sowie von der Zugehörigkeit zu einer spezifischen Altersgruppe und die relativen Risiken für Nichtraucher in eine mathematische Beziehung gesetzt. Wegen der unterschiedlich zu bewertenden Erhebungen, Studien und Modelle sind Annahmen zu treffen und die benötigten Parameter festzulegen.

Es ergeben sich 144 Konstellationen (für Männer und Frauen jeweils 72). Aus der Summe der vielen Rechendurchgänge setzt sich die Zahl von möglichen Todesfällen durch Lungenkrebs, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, koronare Herzerkrankung sowie Schlaganfall zusammen. Wer noch nicht von diesen klarverständlichen Zusammenhängen überzeugt ist, den sollte aber zumindest die vom DKFZ herangezogene hohe Zahl von 280 Literaturstellen beeindrucken. Viel hilft eben viel.


Die Ungenauigkeit bzw. Variationsbreite des Bestimmungsprozesses ergibt sich aus einer Vielzahl von Annahmen. Im Text zur Methodik stößt man genau 22-mal auf solche Redewendungen wie:

- es wird geschätzt, dass ...

- es wird davon ausgegangen, das …

- es wird angenommen, dass …

- es entspricht dem Mittelwert, dass...

Es ehrt die Verfasser, dass sie sich bei den vorgefundenen Toleranzen nach eigenen Angaben stets an den unteren Werten orientiert haben. Mit anderen Worten, das Gesamtergebnis sämtlicher Rechenoperationen hätte auch auf 5.000 oder 7.000 tote Passivraucher hinauslaufen können. Die Zahl von 3.300 bietet aber genügend Spielraum, um nach einem Jahr Verbotspraxis euphorisch ein deutliches Absinken der Opferzahlen vermelden zu können. Man stelle sich aber vor, ein Handwerksmeister würde nach Erledigung des Auftrags die Rechnung über 2.000 Euro mit den Worten vorlegen: „Ich hätte auch 3.500 Euro verlangen können.“ Sicherlich würde einige dabei das Gefühl beschleichen: Na, wenn mal nicht die 2.000 Euro schon überhöht sind !?


Folge 5: Passivrauchen, was ist das? Die Justiz und der Sinn des Verbotes, wenn er einen hat!


In diesem Zusammenhang wird von der Forschungsstelle die Zahl der jährlich an Lungenkrebs versterbenden Passivraucher mit 263 angegeben, der eine statistische Gesamtzahl in Deutschland (2003) von fast 40.000 Sterbefällen gegenübersteht. Es bleibt eine offene Frage, warum das Passivrauchen als Ursache für die Erkrankung an Lungenkrebs so dramatisch in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird, wenn doch andere lungenkrebsverursachende Einflüsse nahezu 150-mal gefährlicher sind.


So schwierig es ist, den Auslöser einer Krebserkrankung – einige wenige ausgenommen (z.B. Asbestose) - mit lebensbedrohlichem Verlauf, sozusagen den status nascendi, zu rekonstruieren bzw. nach oft vielen Jahren eindeutig zu ermitteln, so unmöglich ist es, sämtliche begleitenden Lebensumstände und die einhergehenden sonstigen Risikofaktoren über den gesamten Zeitraum aufzuzeichnen und in ihrem Einfluss auf den Krankheits-verlauf zu bewerten. Ohne die vom DKFZ errechneten Mortalitätsraten auch nur im geringsten in Zweifel zu ziehen, kann jedoch der Feststellung nicht widersprochen werden, dass zum Beispiel bei 150 tödlich endenden Herz-Kreislauferkrankungen sich möglicherweise nur in 1 -2 Fällen eine relevante Überlagerung durch Passivrauchen beweisen ließe. Und noch eine Tatsache ist bei dieser Betrachtung verwunderlich:


Trotz der vielen hundert Studien und Veröffentlichungen über den tödlichen Effekt des Passivrauchens wird in keiner, soweit dem Verfasser bekannt, ein einziger Todesfall konkret beschrieben bzw. der ursächliche Zusammenhang zweifelsfrei dokumentiert. Trotz allem stellen die Sozialmediziner in ihrer aufrüttelnden Publikation fest, dass Passivrauch erheblich zur Sterblichkeit hierzulande beiträgt.


Nur zum Vergleich: das Statistische Bundesamt meldete für das Jahr 2006 exakt 9.765 Selbstmordfälle, womit also Selbstmörder einen dreimal „erheblicheren“ Anteil an der Sterblichkeitsrate in Deutschland haben. Und diese „erschreckende“ Zahl wird vermutlich noch ansteigen, denn in Frankreich liegen die Suizidversuche (in Prozent der Bevölkerung) bereits doppelt und in den USA sogar dreimal so hoch wie hier. Wenn also anfängliche Zweifel an der Umsetzung eines generellen Rauchverbotes in Deutschland damit vom Tisch gefegt wurden, dass das, was in Frankreich oder in Amerika so toll geklappt hat, auch bei uns möglich sein muss, dann dürfte auch diese traurige Entwicklung nicht an den deutschen Grenzen Halt machen. Aber das ist kein Thema für Epidemiologen.

"DIE JUSTIZ"

Der einzige aktenkundige Fall, der sich auf die gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens bezieht, wird aus Italien gemeldet: Eine an Lungenkrebs erkrankte Behördenangestellte hatte ihren Arbeitgeber auf Schmerzensgeld verklagt, da sie jahrelang ihr Büro mit rauchenden Kollegen teilen musste und dadurch der Krebs bei ihr ausgelöst worden sei. Das Gericht gab der Frau Recht, da die Verteidigung der gerichtlichen Aufforderung, Beweise dafür vorzulegen, dass das unfreiwillige Mitrauchen nicht die Ursache für die Krebserkrankung sein kann, nicht nachkommen konnte. Der Klägerin wurde eine Schadenssumme von 200.000 Euro zugesprochen. Leider konnte sie bei der Urteilsverkündung nicht dabei sein; sie war wenige Tage zuvor bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Das Geld wurde an die Erben ausgezahlt.

Als im Fernsehen Bilder von einem Neujahrsempfang in Hamburg ausgestrahlt wurden, die in vorderster Reihe einen rauchenden Altbundeskanzler Schmidt zeigten, fühlte sich die militante Nichtraucher-Initiative im 500 km entfernten Wiesbaden derart brüskiert, dass sie sofort einen Strafantrag gegen Schmidt wegen Körperverletzung einreichte. Die Staatsanwaltschaft wies den Antrag zurück, weil die Antragsteller weder die Person benannt hatten, die verletzt worden sein soll, noch ausgewiesen hatten, welcher Art die Körperverletzung denn sei.

A. H. Hoffmann von Fallersleben: Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant.


Bislang wurden ausschließlich Raucher auf die gefährlichen Inhaltsstoffe des Tabakrauches hingewiesen: Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid - also drei. Die Passivraucher sehen sich nun auf einmal – dank hoch entwickelter chemisch-physikalischer Analyseverfahren – mit nicht weniger als 4.800 verschiedenen Stoffen konfrontiert, von denen 70 im Verdacht stehen, krebserregend zu sein bzw. eine krebsauslösende Wirkung zu haben. Mit Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes sind Gaststätten nunmehr davon befreit und die Nichtraucher können, während sie ihr Bier oder das Glas Wein genießen, unbesorgt tief Luft holen. Das sollten sie auch reichlich tun, denn, wenn sie die Kneipe verlassen und auf die Straße gehen, atmen sie möglicherweise die meisten der oben genannten 4.800 Substanzen wieder ein. Worin liegt nun der Sinn des Verbotes?

Der Gesetzgeber hat im Grunde nur eine bisher akzeptierte Rechtsauffassung aufgehoben, demzufolge der bestimmungsgemäße Konsum von Tabakprodukten trotz Freisetzens von Schadstoffen sozial adäquat war. Nach der neuen Rechtslage sind nur noch die vom Verkehr, von industriellen und häuslichen Verbrennungsprozessen etc. herrührenden 4.799 gesundheitsschädlichen Luft-Schadstoffe sozial adäquat, d.h. der Nutzwert der Geräte und Einrichtungen ist für die Gesellschaft höher zu veranschlagen als ihre gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.

Folge 6: Die Verfechter der Nulltoleranz und die neue deutsche Gastro-Welle


Nun werden die Verfechter einer Nulltoleranz gegenüber Rauchern abwiegeln und meinen, die Luft erreiche selbst in den verkehrsstarken Ballungsgebieten selten so hohe Schadstoffkonzentrationen wie sie in tabakrauchgeschwängerten Räumen vorzufinden sei. Mit dieser Meinung stehen sie dann plötzlich im Widerspruch zu den von ihnen ständig reklamierten Erkenntnissen der Epidemiologen und Sozialmediziner: Für die im Tabakrauch enthaltenen krebserregenden Stoffe kann kein gesundheitsunbedenklicher unterer Schwellenwert angegeben werden. In Gaststätten, in denen fortgesetzt geraucht wird, könnten auch modernste Ventilationssysteme die gesundheitsgefährdenden Rauchinhaltsstoffe nicht vollständig eliminieren – selbst dann nicht, wenn sie die Windstärke eines Tornados erreichen würden.

Dieser anschauliche Vergleich und die fundamentale Aussage, dass der krebsauslösende Effekt dieser gefährlichen Substanzen - egal ob gasförmig (z.B. Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Benzol u.a.) oder in Form von mikrofeinen Partikeln (z.B. Phenol, Benzopyren, Cadmium u.a.) - nicht abhängig ist von ihrem Verteilungsgrad (Konzentration), muss dann doch wohl überall Gültigkeit haben, eben auch in dem „Gasgemisch“, in dem wir uns im täglichen Umfeld bewegen: auf der Straße, am Flughafen, an der Tankstelle, im Industriegebiet, im Parkhaus oder sonst wo. Wer sich also zusätzlich noch aktiv schützen will, sollte diese und ähnliche Orte meiden.

Ein ganz wesentliches Argument zur Durchsetzung eines generellen Rauchverbots in Gaststätten war schließlich die Maxime der körperlichen Unversehrtheit der Menschen, die im Gastronomie-Bereich tätig sind, gemäß Grundgesetz (Art. 2, Abs. 2). Auch nach den Bestimmungen des Arbeitsschutzes ist für sie ein gesundheitsunbedenklicher Arbeitsplatz einzufordern. Würde diesem Anspruch immer und überall Rechnung getragen, dann dürfte es praktisch keine Berufskrankheiten geben. Als solche werden Erkrankungen anerkannt, die dadurch entstehen, dass die Betroffenen durch ihre Arbeit gesundheitsschädigenden Einwirkungen in höherem Maß als die gesamte Bevölkerung ausgesetzt sind. In der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung befindet sich aber eine Liste mit nicht weniger als 68 anerkannten Berufskrankheiten. Gelten für die Industrie, Handwerk, Landwirtschaft etc. etwa andere Kriterien als sie jetzt für die Gastronomie herangezogen wurden?

Das Bundesinstitut für Berufsbildung und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hatten 1998/99 eine statistische Erhebung über gesundheitliche Beschwerden (während bzw. nach der Arbeit) durch Befragung von 34.000 Erwerbstätigen durchgeführt und nach Branchen und Art der Beschwerden tabellarisch zusammengefasst. Über Atemnot, Husten, Herz-/Brustschmerzen, Rötung u. Brennen der Augen (Symptome, die typischer- weise auf rauchhaltige Umgebungsluft hinweisen) klagten knapp 19 Prozent aller Befragten, wobei allerdings die Gaststättenbeschäftigten mit 14,8 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt lagen. Überdurchschnittlich klagte diese Berufsgruppe über geschwollene Beine und Schmerzen in den Füßen. Wenn also unsere philanthropischen Politiker etwas für die körperliche Unversehrtheit dieser Menschen hätte tun wollen, dann hätten sie per Gesetz die Gastwirte und Restaurantbesitzer zur Bereitstellung von Rollstühlen für das Bedienungspersonal verpflichten müssen. Quelle:smokersnews.de


Ricci


11.04.2008 08:23
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 14.04.2008 00:42

Gedanken für eine stigmatisierten Randgruppe.

Politische Bildung und Gesundheitskompetenz gegen Umsatzdenken und soziale Betroffenheit in TV-Sendungen Der Leser hat das Wort: Gunther Grabowski

Folge 2:

Was uns das Fernsehen bietet!

Jack Nicholson: "Wir werden mit Desinformation und Halbwahrheiten geradezu überschüttet" (in der Süddeutschen Zeitung über das US-Fernsehen).

Als Turm in der Schlacht gegen das Rauchen haben die Fernsehanstalten ihr Bestes gegeben und auch auf die 387. Wiederholung des Satzes: Rauchen ist ja so gesundheitsschädlich, nicht verzichtet. Selbst der Gefahr, dass eine Fernsehdiskussion durch ausgewogene oder relativierende Argumente am Ende nicht den zielführenden Effekt beim Zuschauer auslösen würde, wurde durch eine regiehafte Zusammensetzung der Gesprächsrunde begegnet. Die sach- und fachkundige Seite war stets besetzt mit einem Dr. med. XY und einem eloquenten Politiker. Auf der anderen Seite saßen in der Regel ein Gastwirt und ein beliebiger Vertreter der Raucherkaste, zum Beispiel ein Friseurmeister oder jemand aus der Unterhaltungsbranche oder sonst ein ausdrucksstarker, in gesundheits- und sozialpolitischen Fragen kompetenter Kopf. Also kurz gesagt: Politische Bildung und Gesundheitskompetenz gegen Umsatzdenken und soziale Betroffenheit.


Nur eins verwundert. Während sonst das Fernsehen nicht gerade zimperlich ist, vom Schicksal getroffene Menschen – Opfer wie Täter – ausfindig zu machen und zu oft peinlichen Interviews ins Studio zu holen, hat man noch nie einen tragischerweise durch Passivrauchen an Lungenkrebs Erkrankten vor die Kamera gebracht, obwohl an diesem Krebsleiden angeblich und schätzungsweise 45.000 Menschen in diesem Land pro Jahr neu erkranken und nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums darunter immerhin 283 Passivraucher sein sollen.


Nun wissen die Fernsehmacher mindestens genauso gut wie die Werbemanager, dass eine Botschaft, wenn sie geschickt verpackt und in subtiler Art und Weise vorgetragen wird, die Konsumenten am besten erreicht. Um also die „Fernsehgesellschaft“ zu missionieren, hatten alle Moderatoren ab einem bestimmten Zeitpunkt, sobald in einer Sendung das „Rauchen“ angesprochen wird, folgende sprachliche Regelungen zu beachten:

Kippe und Glimmstengel für Zigarette sowie qualmen und paffen an Stelle von rauchen. Mit moralinsauerer Tugendhaftigkeit ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Rauchern durch die Bank um Labile und in Nikotinabhängigkeit geratene, arme kranke und bildungsferne Menschen handelt. Eigentlich sollte sich jegliche Art der Diskriminierung von Minderheiten in diesem Land nicht wiederholen. Aber, wenn es die medienbeherrschte Mehrheit nicht stört, warum dann auf dieses probate Mittel verzichten?!

Bei der Bildführung, insbesondere bei Außenaufnahmen, muss weiterhin streng darauf geachtet werden, dass die Kamera nicht zufällig einen rauchenden Menschen einfängt. Ausnahmen sind nur statthaft, wenn es sich um Kriminelle, Asoziale oder ausdrücklich angekündigte Suchtkranke handelt (oder um Altbundeskanzler Helmut Schmidt). Jack Nicholson lässt grüßen. Quelle:smokersnews.de


Ricci


09.04.2008 20:36
Zuletzt bearbeitet von Ricci am 14.04.2008 19:20

Auf smokersnews.de schreibt ein Freund der Freiheit:

Der Leser hat das Wort: Gunther Grabowski "Gedanken für eine stigmatisierten Randgruppe"

Kritische Nachlese zum gesetzlichen Nichtraucherschutz beziehungsweise Rauchverbot

Folge 1

Wenn im August 2008 ein Nichtraucherschutzgesetz auch in Thüringen in Kraft tritt, dann hat in ganz Deutschland eine marginale gesundheitspolitische Veränderung stattgefunden, die mehr von emotionalen als von rationalen Meinungsäußerungen begleitet war. Aus den vielen Umfragen, die die Haltung der Bevölkerung zu diesem Gesetzeswerk herauszufinden versuchten, lässt sich gegenwärtig folgende grobe Gliederung ableiten: 1/3 begrüßt die konsequente Gesetzesfassung, 1/3 interessiert die Angelegenheit wenig oder gar nicht und 1/3 hält die Härte der gesetzlichen Verbotsbestimmungen für unangemessen.

Dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist, liegt insbesondere daran, dass das letzte Drittel sich nicht vernehmlich artikulieren konnte, wollte oder durfte.

Aus gesundheitsmedizinischer Sicht sind alle Forderungen in dem Gesetz weitgehend berücksichtigt worden – unzufrieden zeigte sich nur die Anti-Rauchergemeinde, die gerne noch die Herstellung, den Vertrieb und den Besitz von Tabakprodukten als Straftatbestand gesehen hätte. In dieser Situation kann es niemandem schaden, diesen einmaligen - oder soll man sagen erstmaligen - Vorgang rückblickend hinsichtlich Ursache, Ab-lauf und Wirkung zu beleuchten

Die Politik

Peter Scholl-Latour: Ich bin Nichtraucher, aber empfinde es als Entmündigung der Leute, dass sie nicht mehr rauchen dürfen. Bald gibt es sicher alkoholfreie Zonen. Die Politiker spinnen mehr und mehr.

Als unter der rot-grünen Regierung erstmals im Bundestag über die Einführung eines Nichtraucherschutzgesetzes debattiert wurde, sagte der damalige FDP-Abgeordnete Möllemann:

Ein generelles Rauchverbot in Deutschland wäre unverhältnismäßig und unangemessen und ergänzte, dass die Liberalen einem solchen Gesetz niemals zustimmen würden.

Mit fast gleichen Worten vertrat Horst Seehofer die Haltung der Union in dieser Angelegenheit. Jürgen W. Möllemann ist nicht mehr und so weiß niemand, welche Ansicht er heute vertreten würde. Bei Seehofer weiß man es; in der 2007 geführten Bundestagsdebatte hat er von dem Recht, jederzeit seine Meinung grundlegend ändern zu dürfen, Gebrauch gemacht.


Dass dann das Gesetz innerhalb kürzester Zeit auf den Weg gebracht wurde, lag vielleicht auch an der Tatsache, dass in diesem Zeitraum keine Wahlen (mit Ausnahme von Bremen) anstanden und also auch keine beachtenswerte politische Auseinandersetzung über dieses Thema notwendig war. So wurden die Weichen für einen konsequenten Nichtraucherschutz außerparlamentarisch gestellt: in den Medien - vor allem im Fernsehen. Neben den vielen Gesundheits- und Magazinsendung waren es vorrangig die Diskussions- oder Talkrunden, in denen sich dann so mancher Politiker als fortschrittlicher Gutmensch profilieren konnte.

Bis zur Abstimmungsdebatte im Bundestag war praktisch alles schon vorab entschieden und für Differenzierungen offensichtlich zu spät. So wurde nur noch darüber diskutiert, wie umfassend der passive Nichtraucherschutz gesetzlich festzuschreiben ist. Irgendwelche Überlegungen zu einem aktiven Nichtraucherschutz unterblieben völlig. Ein Nichtschwimmer ist auch gehalten, nicht blindlings in jedes mit Wasser gefüllte Becken zu springen.

Einigen Politikern war danach das Unbehagen, rigorose Gesetzesformulierungen nur abnicken zu dürfen, deutlich anzumerken. Nachdem sich auf der nachfolgenden Konferenz in Hannover die Ministerpräsidenten auf eine Übernahme der strikten Verbotsbestimmungen auch für die Länder geeinigt hatten, waren in Deutschland plötzlich zehn bis fünfzehn Millionen Menschen, für die Rauchen ein begleitender Bestandteil der persönlichen Lebensweise ist und wie andere Gewohnheiten gepflegt wird, zu einer stigmatisierten Randgruppe befördert worden.

Cicero: Consuetudo altera natura (Die Gewohnheit ist eine zweite Natur)

Wie sehr es den politisch Verantwortlichen gegen den Strich gegangen sein mag, dass ihnen das Heft so einfach aus der Hand genommen worden war, offenbarte sich später an ganz anderer Stelle. Als auf dem SPD-Parteitag 2007 in Hamburg ein striktes Tempolimit auf deutschen Autobahnen gefordert wurde, kam postwendend aus dem Kanzleramt ein Diskussionsstopp. Die Analyse für diese unerwartet spontane Reaktion lieferte der Politikwissenschaftler, Prof. Jürgen Falter:

Die Kanzlerin wollte auf keinen Fall, dass dieses Thema wieder eine Eigendynamik wie beim Rauchverbot entwickelt und die Regierung letztlich einer Entscheidung in einer gesellschafts-politischen Frage nachlaufen muss, die bereits vorab in den Medien getroffen worden ist.

Allerdings hatten sich genügend Politiker der zweiten und dritten Reihe nur allzu gerne an den außerparlamentarischen Diskussionen über die Notwendigkeit, ein Rauchverbot in Deutschland einzuführen, beteiligt. Schließlich wollte man ja nicht hinter den europäischen Kollegen zurückstehen und bewies mit einem Fingerzeig auf die in Brüssel möglicherweise anstehenden Beschlüsse sogar noch politischen Weitblick. Leider haben sie aber dabei nur oberflächlich hingeschaut. Die EU-Kommission hat am 30.01.2007 das Grünbuch „Für ein rauchfreies Europa – Strategieoptionen auf EU-Ebene“ herausgegeben, das als Anleitung zu verstehen ist. Hierin heißt es zum Beispiel: „Die Kommission legt allen Mitgliedsstaaten nahe, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen ……“

Das Engagement für die Schaffung rauchfreier Zonen wird jedoch weiterhin auf freiwilliger Basis beruhen, und bei Nichterfüllung der vereinbarten Ziele würden keine Strafen drohen. Daher räumt die Kommission ein: Hinsichtlich der nationalen Rechtsvorschriften lassen sich zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten deutliche Unterschiede feststellen.


PS.: Ergänzend hierzu ein Artikel über die zweifelhaften Methoden der WHO auf welt-online [1]


Enjoy

bureaucrat,sysop
08.04.2008 16:19

Persoenlich.com schreibt ("Engagierte Rauchzeichen aus der Werbeküche von Lesch+Frei"):

Das politische und soziale Umfeld hat sich für die Raucher und die Tabakunternehmen weiter verschärft. Rauchverbote werden überall eingeführt und Werbeverbote gefordert. Dies veranlasste die British American Tobacco (BAT) eine engagierte Werbekampagne in Auftrag zu geben. Das Ziel ist, die Diskussion ums Rauchen aktiv mitzugestalten und das Verantwortungsbewusstsein der Tabakunternehmen zu dokumentieren. Die dafür ausgewählte Zürcher Agentur Lesch+Frei startet nun mit der Kampagne unter dem Motto «Glaubwürdigkeit», wie die Werbeagentur am Dienstag mitteilt.


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